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Delogierung in den wenigsten Fällen von Miethöhe abhängig

Volksanwalt Hauser forderte Senkung der Mietkosten
Nicht nachvollziehen können die Tiroler Gemeinnützigen Bauträger die Delogierungsbilanz von Landesvolksanwalt Josef Hauser. Dieser hatte von 491 Delogierungen im letzten Jahr berichtet. Da angeblich 90 Prozent bzw. rund 450 von diesen in Wohnungen gemeinnütziger Wohnbauträger leben sollen, forderte Hauser eine Senkung der Mietkosten als Lösung. Dazu stellen Landesobmann Klaus Lugger und seine beiden Obmann-Stellvertreter Franz Mariacher und Markus Lechleitner fest, dass sowohl die genannten Zahlen nicht stimmen als auch die Höhe der Miete als Hauptgrund für Delogierungen eine eher geringe Rolle spiele.

In der Regel handle es bei den Betroffenen um Haushalte, die generell stark überschuldet seien. Eine Mietsenkung von z. B. 20 Prozent löse deren Probleme daher in der Regel nicht. Ebenso häufig verlange die Wohngemeinschaft einer Anlage wegen unleidlichen Verhaltens eine Delogierung. Vereinzelt gebe es auch Fälle, in denen die Wohnung nicht mehr bewohnt werde – etwa wenn sich bei einer Verlassenschaft niemand um die Wohnungsauflösung kümmere.

Die Tiroler Gemeinnützigen verwalten insgesamt 39.500 Mietwohnungen. Im letzten Jahr hatten alle zusammen nicht, wie von Hauser kolportiert, ca. 450 sondern gerade 41 Delogierungsfälle, also rund 1 Promille. Auch stellen die Tiroler Gemeinnützigen keine Steigerung sondern seit Jahren eine sinkende Tendenz fest.

Die Tiroler Gemeinnützigen verweisen darauf, dass sie konsequent alle Möglichkeiten zur Dämpfung der Mieten ausschöpfen. Ganz speziell kümmern sie sich auch um die Delogierungs-Prävention. Aus jahrzehntelang erarbeiteter Fachkompetenz werde mit den gefährdeten Parteien zuerst gesprochen und eine Lösungsmöglichkeit gesucht. Erst dann werde zunächst dreimal gemahnt und als letzte Möglichkeit vom Gericht ein Räumungsurteil erwirkt.
04. Juli 2013