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Das neue Parkraumkonzept und seine Begleitmaßnahmen

Informationsveranstaltungen werden zur Aufklärung stattfinden
Die derzeit geltenden Regeln der Parkraumbewirtschaftung stammen aus den 90ern, die Preise wurden letztmalig mit der Euro-Umstellung angepasst. Seitdem hat sich Innsbruck jedoch stark verändert. Das neu entwickelte Parkraumkonzept wird nun den Anforderungen eines modernen Innsbrucks gerecht. Die für Mobilität zuständige Vizebürgermeisterin Mag.ª Sonja Pitscheider informierte am 25. Oktober über Details der Begleitmaßnahmen für das Parkraumkonzept. Der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, die Verbesserung der Radnetzinfrastruktur sowie eine Tarifreform der Innsbrucker Verkehrsbetriebe (IVB) waren dabei nur einige Themen.

„Uns ist es ein Anliegen, dass Menschen, die in Innsbruck wohnen, auch die öffentlichen Parkplätze nutzen können – dies ist in vielen Bereichen derzeit oftmals nicht möglich“, erklärte Mag.ª Sonja Pitscheider die grundsätzliche Problematik: „Wir wissen von bestimmten Problembereichen, deshalb müssen wir handeln. Wir möchten, dass Innsbruckerinnen und Innsbrucker in unserer Stadt wohnen können, ohne sich jeden Tag ärgern zu müssen.“

„Einfache Tarife, eine einfache Struktur, größere Parkzonen und Begleitmaßnahmen, die alle entlasten – dies sind die Kernelemente des neuen Parkraumkonzeptes“, so die Vizebürgermeisterin. Da es im Moment sehr viele kleine Parkzonen mit unterschiedlichen Regelungen gibt, sei das Zonensystem flächendeckend betrachtet und vereinfacht worden. „Durch das Zusammenlegen einiger dieser Zonen entstehen größere Bereiche, welche etwa Personen mit AnrainerInnenparkkarten mehr Ausweichmöglichkeiten bieten“, berichtete sie weiter. Außerdem bat sie um Verständnis, dass das Parkraumkonzept sowie die damit einhergehenden Maßnahmen nur schrittweise umgesetzt werden können: „Ein Stadtteil nach dem anderen wird so entlastet“. Dadurch sollen beispielsweise Wartezeiten bei der Beantragung und Ausstellung von AnainerInnenparkkarten vermieden werden.

Das neue Parkraumkonzept im Überblick
Das bisherige Zonendickicht wird in 90- und 180-Minuten Kurzparkzonen und Parkstraßen umgewandelt. Der Preis beträgt einheitlich 70 Cent für 30 Minuten, in Parkstraßen kann für sieben Euro den ganzen Tag geparkt werden. Bis Ende des Jahres 2014 soll der Parkraum neu geregelt sein. Anschließend werden die Parkstraßen auf weitere Gebiete ausgedehnt.

Neben den Parkzonen wird auch der Tarif vereinfacht: 90 Minuten kosten derzeit zwei Euro (zwei mal 50 Cent für die erste Stunde, danach ein Euro für 30 Minuten). Mit dem einheitlichen Preis von 70 Cent für 30 Minuten kosten 90 Minuten in Zukunft 2,10 Euro. Die Ausweitung der Kurzparkzonen in die Abendstunden erleichtert das Parken mit Dauerparkkarte und sorgt für weniger Lärm und Abgase in der Innenstadt, weil die Parkplatzsuche beschleunigt wird. In den Parkstraßen finden künftig auch Gäste einen Parkplatz, die dort ihr Auto z. B. auch fünf Tage lang für 35 Euro abstellen können.

Das Parkraumkonzept ist allerdings nur eine von vielen bedeutenden Maßnahmen:
Parken leicht gemacht
Im Zuge der Neuordnung der Parkraumbewirtschaftung wird die Benützung der Kurzparkzonen und Parkstraßen durch die parallele Einführung des Handyparkens wesentlich kundenfreundlicher. In Zukunft können Parkvorgänge – so wie es in anderen Städten bereits üblich ist – unkompliziert und schnell mit dem Handy bezahlt werden. Den KundInnen kommt hierbei besonders die Möglichkeit einer, nach der ersten halben Stunde, minutengenauen Abrechnung und Bezahlung zu Gute. Neben der Automatenzahlung mit Bargeld wird mit „Quick“ (dessen Anwendung auch kontaktlos möglich ist) außerdem eine weitere einfache Bezahlmethode zur Verfügung stehen.

Der Öffentliche Verkehr: Ausbau und Tarifreform
„Wege, die mit dem Öffentlichen Verkehr zurück gelegt werden können, sollen mit einem günstigen Ticket bewältigt werden“, erklärte die Vizebürgermeisterin. Neue Preise für IVB-Tickets sollen daher den Umstieg auf den Öffentlichen Verkehr erleichtern. Bereits im Frühjahr 2014 steht zu diesem Zweck eine Tarifreform an. Erreicht werden soll dies durch eine verbesserte KundInnenbindung sowie einen höheren Absatz von Zeitkarten. Das IVB-Jahresticket wird dann deutlich billiger – die Detailberechnungen zu den genauen Tarifen befinden sich bereits in der Zielgeraden.

Im Zusammenhang mit der Tarifreform erfolgt auch der Ausbau des Öffentlichen Verkehrs, wo speziell durch die Erweiterung der Straßenbahn die Beförderungskapazität erhöht wird. In Verbindung mit der S-Bahn müssen Einpendelnde zudem nicht mehr zentral zum Bahnhof geführt werden, da die Verteilung im innerstädtischen öffentlichen Verkehrsnetz bereits an den Umstiegspunkten im Osten und Westen erfolgt.

Aufgrund laufender Beschleunigungsmaßnahmen an Kreuzungen, Haltestellen und der Linienführung sowie der Optimierung von Grünphasen, der Schaffung von eigenen Busspuren bzw. Trassen und der Umgestaltung von Haltestellen wird die Fahrtzeit im Stadtgebiet deutlich verkürzt.

Der Radverkehr: Verbesserung und Verleihsystem
Auch der weitere Ausbau des Radwegenetzes wird im Rahmen der Parkraumreform forciert. Dieser sowie ein neues Fahrradverleihsystem, welches ebenfalls im Frühjahr 2014 in die Tat umgesetzt wird, machen Innsbruck zur Radhauptstadt.

Besonders die Tatsache, dass der Öffentliche Verkehr künftig sehr eng mit dem Radverleihsystem verknüpft sein wird, freut Innsbrucks Vizebürgermeisterin. Zum Start werden rund 25 Verleihstationen an wichtigen Knoten- bzw. Haltestellenpunkten sowie zentralen Zielorten im Stadtgebiet liegen. Für KundInnen des Öffentlichen Verkehrs (Zeitkarten-BenutzerInnen) werden die Verleihkonditionen je nach Nutzungsdauer entweder kostenlos (kurze Nutzung) oder sehr günstig (etwas längere Nutzung) sein. Durch die Verbesserung der Radnetzinfrastruktur wird eine vernünftige Alternative zur PKW-Nutzung geboten: Schon 2014 wird so etwa eine attraktive Fahrrad-Anbindung des Stadtteils Mentlberg erfolgen. Auch die Infrastruktur der Radwegnetze anderer Stadtteile wird individuell unter die Lupe genommen.

Attraktivierung städtischer Straßenzüge
Eine attraktive Innenstadt ist Garant für wirtschaftlichen Erfolg. Daher ist es der Stadtregierung ein besonderes Anliegen, die Straßen einladend zu gestalten. Positives Beispiel hierfür ist etwa die „neue“ Meraner Straße. Im Jahr 2014 folgen weitere Baumaßnahmen in der Innenstadt, darunter auch die Wilhelm-Greil-Straße.
25. Oktober 2013