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Carl Gsaller - ein Bahnbrecher des Alpinismus

Buchpräsentation über einen "Besessenen"
Das Stadtarchiv/Stadtmuseum Innsbruck und der Universitätsverlag Wagner luden am 3. Juni zur Präsentation des Buches „Carl Gsaller (1851-1931) – Ein Bahnbrecher des Alpinismus“ von Günter Amor.

Carl Gsaller lockten der Zauber und die Geheimnisse der Tiroler Bergwelt, er war ein „Besessener des Alpinismus“. Als einen der ersten extremen Felskletterer reizten ihn vor allem die „Innsbrucker Dolomiten“ und das Karwendelgebirge. Mit „Allerwelts- und Schafbergen“ wollte er sich nicht begnügen. Seine Bergbegeisterung entwickelte der Innsbrucker zu einer Zeit, in der zwar schon viele der höchsten Gipfel – aber immer noch wenige mit den höchsten Schwierigkeitsgraden – erstmalig bestiegen waren. Carl Gsaller galt als „Kletterer der schärferen Richtung“ und einige Zeitgenossen kritisierten ihn wegen seiner Waghalsigkeit. Beinahe wäre Gsaller sein „alpin-leidenschaftlicher Sinn“ zum Verhängnis geworden. Mit viel Glück entging er jedoch dem Schicksal mancher Bergkameraden und die Erkundungen der „stummen Felsen“ konnten zum Vermächtnis werden.

Studien zu Wetter, Flurnamen und Botanik
Mit seinem Buch über Carl Gsaller beschränkt sich der Innsbrucker Autor Günter Amor nicht darauf, Gsaller als Gipfelstürmer darzustellen. Vielmehr würdigt der Autor Carl Gsaller umfassend, denn dessen wissenschaftlicher Ehrgeiz und Wirkung auf die Nachwelt überragen die Spitzenleistungen als Alpinist. Eine Abschrift des „Berg-Tagebuches“ Carl Gsallers vermittelt in Verbindung mit gründlichen Recherchen Günter Amors eine lebendige Vorstellung von Gsallers vielseitigem Werk vor dem Hintergrund der damaligen alpinistischen Entwicklung. Das Verdienst Carl Gsallers sind vor allem seine zahlreichen Artikel in Zeitschriften, in denen er Routen sorgfältig und nachvollziehbar beschrieb, womit er sich den Ruf eines „Bahnbrecher des Alpinismus“ erworben hat. Auch die Überlieferung vieler Berg- und Flurnamen ist Carl Gsaller zu verdanken, darüber hinaus beschäftigte er sich mit dem Wetterphänomen des Föhns sowie botanischen Studien und unternahm Messungen, um den Rückgang des Gletschereises zu dokumentieren.
04. Juni 2013