Logo Innsbruck informiert

Campagne-Areal setzt ein Investitionsvolumen von 173 Mio. Euro frei

Innsbrucker Gemeinderat segnete Grundsatzbeschlüsse einstimmig ab

Mit der Absegnung des Grundsatzbeschlusses zum Campagnereiter-Areal im Innsbrucker Gemeinderat ist der Weg für die Schaffung von rund 1000 weiteren neuen Wohnungen in Innsbruck frei. Damit verwirklicht die Innsbrucker Stadtregierung die größte Wohnbauoffensive seit den Olympischen Spielen 1976 und die im Arbeitsübereinkommen angepeilten 2000 Wohnungen werden möglich.

Auf einer Fläche von rund 83.000 m2 wird am Campagnereiter-Areal im Rahmen eines kooperativen Planungsverfahrens ein neues Stadtviertel mit Grünflächen, Sportanlagen und weitere sozialer Infrastruktur entstehen. In der Größe des Bauplatzes liegt gleichzeitig auch das Potenzial. Das geschätzte Gesamtinvestitionsvolumen für den Bereich Wohnbau liegt bei rund 173 Mio. Euro.

Der Innsbrucker Stadtsenat nahm bereits in seiner Sitzung vom 20. Jänner 2016 den Bericht der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) zur Kenntnis und stimmte dem Abschluss der Verträge zu.

„Mit dem Campagne-Areal schafft die Stadt Innsbruck nicht nur Wohnraum, es wird auch wesentlich in neue Freizeitinfrastruktur investiert. Insgesamt geht eine umfangreiche Immobilientransaktion erfolgreich zu Ende“, betont Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Entwicklungsgeschichte des Areals

Das Campagne-Areal beschäftigt die Innsbrucker Politik schon seit Jahrzehnten. Auf Grund der vielseitigen Interessenlagen war die Umsetzung schwierig. Nach mehr als 100 Sitzungen ist das Projekt jetzt auf Schiene. Startpunkt waren die Gespräche mit den einzelnen Sportvereinen im Herbst 2013. In der Folge konnte mit der Sportunion Tirol/ Turnerschaft Innsbruck eine erste Vereinbarung getroffen werden. Parallel dazu wurden Grundstücksgespräche zum Campagne-Areal geführt (Reichenauer Straße 150 sowie Liegenschaft Langer Weg 35 ‚Schrebergärten‘ wurden bereits erworben). Mit den Innsbrucker Kommunalbetrieben wird noch über ein Grundstück am Langen Weg 29 verhandelt.

Kern des geplanten Projektes ist, dass die für Wohnbau reservierten Grundstücke im südlichen Bereich angesiedelt werden, um die Wohnqualität zu steigern. Die weniger sensiblen Sport-Nutzungen werden näher am Straßenverlauf im nördlichen Bereich angeordnet. In Bezug auf die Ansiedlung der neuen Sportstätte wurde bereits weitgehend eine Einigung erzielt. Einzig die Umsetzungsvorschläge der Tennisanlage für die Vereine IEV und ITC werden im Detail noch im kooperativen Planungsverfahren entwickelt. Gesichert ist, dass der bestehende Fußballplatz von der Radezkystraße an den Langen Weg übersiedelt. Das Volkshaus wird samt Gastronomie, Kegelbahn und Büroräumlichkeiten an der Reichenauerstraße 150 neu errichtet.

Kooperative Planung mit allen Beteiligten

Um das größte Potenzial aus dem Projekt schöpfen zu können, wird erstmals in Innsbruck ein sogenanntes „kooperatives Planungsverfahren“ auf Basis eines Stadtsenatsbeschlusses vom 18. November 2015 durchgeführt. So entsteht ein städtebauliches Leitkonzept, das die Bauplätze, die Erschließungen und Grünflächen im Bereich des Campagnereiter-Areals unter Federführung und Projektleitung der IIG festlegt. Insgesamt können die vielseitigen Interessen besser erfasst und in einen Guss gebracht werden. Damit können Anrainerinnen und Anrainer als auch die ansässigen Vereine, Schulen und Kindergärten mit ihren Anliegen berücksichtigt werden. Der Zeitrahmen ist sportlich: Bis Mitte 2016 soll das kooperative Planungsverfahren, dessen Kosten mit maximal 250.000 Euro angesetzt sind, beendet sein. Darauf aufbauend wird ein einstufiger Architekturwettbewerb für die einzelnen Baufelder durchgeführt. Verschiedene mit Experten besetzte Planungs- und Lenkungsgruppen begleiten die Projektentwicklung.

„Ziel ist es, einen neuen Stadtteil zu schaffen, der für die Bevölkerung ein Erlebnis wird. Mit dem kooperativen Planungsverfahren ergibt sich die Chance in einem rollierenden Verfahren bedarfsgerecht Schritt für Schritt räumliche Vorstellungen zu entwickeln“, erklärt Planungsstadtrat Mag. Gerhard Fritz.

Kosten für Wohnbau und Sportstätten

Die anfallenden Freimachungskosten für die Stadt Innsbruck liegen bei 35,7 Mio. Die ausgelösten Investitionen für den Bereich Wohnbau liegen bei rund 153,6 Mio. Euro, für die Sportinfrastruktur bei 19,5 Mio. Euro. „Leistbares Wohnen für die Innsbruckerinnen und Innsbrucker ist der Stadtpolitik ein wesentliches Anliegen. Ich freue mich, dass wir mit dem Campagne-Areal auch für künftige Generationen Wohnraum schaffen können“, betont Wohnungsstadtrat Andreas Wanker. „Mit der Beschlussfassung zum Campagnereiter-Areal ist heute ein historischer Tag im Sinne des Wohnens und des Sports“, freut sich Vizebürgermeister und Sportreferent Christoph Kaufmann. (KR)