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Die Stipendiatin Andrea Bellu (2.v.l.) bekam die Urkunde von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, im Beisein von Andrei Siclodi, Leiter des Künstlerhauses Büchsenhausen (l.) und Natalie Pedevilla (Referatsleitung Bildende Kunst und Kulturprojekte, r.), überreicht.
Die Stipendiatin Andrea Bellu (2.v.l.) bekam die Urkunde von Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, im Beisein von Andrei Siclodi, Leiter des Künstlerhauses Büchsenhausen (l.) und Natalie Pedevilla (Referatsleitung Bildende Kunst und Kulturprojekte, r.), überreicht.

Andrea Bellu: Neue Büchsenhausen-Stipendiatin

Seit 2003 wird die Förderung von der Stadt Innsbruck vergeben

Für das Jahr 2015/16 wurde Andrea Bellu mit ihrem Projekt „Schlechte Wörter“ (Arbeitstitel; nach einer Erzählung von Ilse Aichinger) als Stipendiatin für das Künstlerhaus Büchsenhausen ausgewählt. Von Seiten des Kulturamtes der Stadt Innsbruck wird das Fellowship-Programm auf Büchsenhausen seit dem Jahr 2014 mit 5.000 Euro unterstützt.

„Junge Kunst braucht Unterstützung. Vor allem solche gesellschaftlich diskursiven Projekte wie jenes von Andrea Bellu. Wenn wir aus der Geschichte lernen wollen, ist es der einzig richtige Weg uns mit ihr auseinanderzusetzen. Die Künstlerin zeigt uns mit ihrer Arbeit auf Büchsenhausen einen Weg auf, der den bewussten Umgang mit unserer europäischen Vergangenheit erfordert“, betont Innsbrucks Bürgermeisterin Kulturreferentin Mag.a Christine Oppitz-Plörer bei der Übergabe des Stipendiums an Andrea Bellu.

Details zum Projekt

Auf Reisen durch Schlesien, Galizien und der Bukowina hat Andrea Bellu in den Jahren 2014 und 2015 begonnen, Material zusammenzutragen: Bilder, Gespräche, Landschaften, Sonnenuntergänge und Literatur. Daraus entsteht ein intuitives, nicht abgeschlossenes Archiv, mit dem sich die Künstlerin während ihres Fellowships in Büchsenhausen auseinandersetzen wird.

Entlang ihrer bisherigen Praxis geht es Andrea Bellu in diesem Vorhaben vor allem darum, die viel erzählte und beschriebene, gewaltvolle Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts mit der Gegenwart zu verknüpfen und ihre heutigen, tatsächlich stets spürbaren Auswirkungen und Kontinuitäten sichtbar zu machen.

Die Künstlerin

Andrea Bellu (*1980) studierte an der Städelschule in Frankfurt am Main (Abschluss 2011). Sie arbeitet vorwiegend installativ, schreibt, zeichnet, fotografiert und filmt aber auch. Ausgehend von postkolonialen, migrantischen und feministischen Perspektiven, versucht sie vorherrschenden Geschichtsbildern weitere Risse und Brüche hinzuzufügen.

Büchsenhausen Fellowship

Seit dem Frühjahr 2003 findet das Internationale Fellowship-Programm für Kunst und Theorie im Künstlerhaus Büchsenhausen statt.

Dem Programm liegt die Idee zugrunde, vor Ort einen Produktions- und Diskussionskontext zu bewirken, in dem KünstlerInnen und TheoretikerInnen überregionale Kunst- und Gesellschaftsdiskurse mit lokalen Themen in Zusammenhang bringen und reflektieren. Gleichzeitig wird die Möglichkeit eines künstlerischen Experimentierlabors gewahrt, wodurch Neues ausprobiert werden kann.

Die von einer Fachjury ausgewählten „Fellows" kommen für einen Zeitraum von 1-2 Semestern nach Büchsenhausen, wo sie am eingereichten Projekt arbeiten und diesen Prozess in öffentlichen Veranstaltungen diskursiv begleiten.

Die Ausschreibung erfolgt direkt über das Künstlerhaus Büchsenhausen. Bildende KünstlerInnen, KritikerInnen, MedienkünstlerInnen, TheoretikerInnen und KuratorInnen können sich mit Projektvorschlägen während der ausgeschriebenen Einreichfrist direkt im Künstlerhaus Büchsenhausen bewerben. Eine Fachjury, gewählt vom Künstlerhaus Büchsenhausen, entscheidet anschließend über die Vergabe. (KR)