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Buchpräsentation im Bürgersaal

Ehe, Recht und Familie im Lauf der Jahrhunderte.
(RMS) Gleich zwei Bücher standen am 2. Dezember im Mittelpunkt einer Präsentation, zu dem das Institut für Geschichte und Ethnologie der Universität Innsbruck gemeinsam mit dem Stadtarchiv geladen hatte.
„Das Aushandeln von Ehe“ und das „Tagebuch von Wetti Teuschl“ – beide Bücher beschäftigen sich auf ihre eigene Herangehensweise mit den Zusammenhängen von Recht, Ehe und Familie im Lauf der letzten Jahrhunderte, vor allem aus der Sicht von Frauen. StRin Dr. Patrizia Moser begrüßte die geladenen Gäste im Bürgersaal des historischen Rathauses.

„Die Geschichte von Frauen in verschiedenen Lebenssituationen im Lauf der Zeit ist ein besonders interessantes, aber leider noch viel zu wenig dokumentiertes Thema“, so StRin Moser. „Bei den hier vorzustellenden Büchern haben wir es mit Geschichtsforschung zu tun, die sich nicht nur mit Ehe oder Familie beschäftigt, sondern auch mit dem einfachen Alltagsleben. Sie sprechen damit die Öffentlichkeit in einem breiteren Rahmen an und thematisieren Aspekte von unerwarteter Aktualität, wie Eheverträge, Zwangshochzeit und sozialen Abstieg. Das ist eine ungemein spannende Aufarbeitung von Forschung, die den Leser unweigerlich berührt“, betonte die Kulturstadträtin, die sich besonders über die Zusammenarbeit der Autorinnen mit dem Stadtarchiv freute.

Das Buch „Das Aushandeln von Ehe“ wurde verfasst von Dr. Margareth Lanzinger, Univ.-Prof. Dr. Gunda Barth-Scalmani, Dr. Ellinor Forster und Dr. Gertrude Langer-Ostrawsky. Es analysiert das Prinzip der Eheverträge, das hinter der Ehe als dem wichtigsten, neuzeitlichen Ordnungsmodell steht. Vier gut dokumentierte Fallstudien der letzten Jahrhunderte verdeutlichen dabei das konkrete Aushandeln der Bedingungen zwischen den Partnern und den Angehörigen und setzen diese Fälle vergleichend in Zusammenhang.

Das „Tagebuch von Wetti Teuschl“ hingegen, das von Dr. Nikola Langreiter herausgegeben wurde, portraitiert anhand ihrer erhaltenen persönlichen Aufzeichnungen das Leben der gebürtigen niederösterreichischen Bürgerstochter Barbara „Wetti“ Teuschl (1851-1944). Die „nicht standesgemäße“ Heirat mit einem kleinen Händler führte sie sukzessive in den finanziellen wie sozialen Abstieg. Das Buch eröffnet den LeserInnen unter anderem interessante Perspektiven, wie Krisensituationen gemeistert werden können.
03. Dezember 2010