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Leitsystem für Blinde: Gefahr durch Unterbrechungen

Neuer Informationsfolder macht auf Probleme aufmerksam

Besonders am Vormittag, wenn Ladetätigkeiten vorgenommen werden, wird das Blindenleitsystem, das beispielsweise am Boden der Maria-Theresien-Straße verläuft, häufig durch Hindernisse unterbrochen. Lieferwägen oder Container werden gedankenlos auf dem System geparkt und somit zur direkten Gefahr für Menschen mit Sehbeeinträchtigung. Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider verwies gemeinsam mit Mag. Wolfgang Grünzweig (Behindertenkoordinator der Stadt Innsbruck), der in Vertretung des zuständigen Stadtrats Ernst Pechlaner erschien, und Michael Berger (Verkehrsreferent des Blinden- und Sehbehindertenverbands Tirol, BSVT) auf die Problematik. Dabei wurde ein neuer Folder verteilt, der die Missstände aufzeigt und zu erhöhter Rücksichtnahme aufruft.

„Es geht darum, aufmerksam zu machen. Meist wird das Leitsystem unabsichtlich und vor allem ohne böse Hintergedanken verstellt. Durch die Information direkt vor Ort findet hoffentlich eine Besserung statt“, appelliert Vizebürgermeisterin Pitscheider.

Auch Stadtrat Pechlaner kennt das Problem: „Nicht nur die Lieferwagen stellen ein Problem dar, oftmals werden auch Werbeaufsteller oder Weihnachtsdekoration vor den diversen Geschäften und damit auch direkt auf dem Blindenleitsystem platziert. Das stellt für die Betroffenen eine Gefahr dar.“

Versteckte Gefahr: Laderampen

Eine besonders heimtückische Gefahr stellen Laderampen von Lieferwagen dar: Diese befinden sich auf Kopfhöhe und werden somit vom Blindenstock nicht ertastet. „Die Laderampen der LKWs sind für blinde und hochgradig sehbehinderte Menschen ein unsichtbares Hindernis, das zu schweren Verletzungen führen kann. Eine Laderampe hat bereits zu einem Nasenbeinbruch geführt. Das kann nicht sein. Daher ist es zentral, dass Lieferautos mindestens 60 Zentimeter entfernt vom Leitsystem parken. Auch Werbetafeln müssen diesen Sicherheitsabstand einhalten, da auch sie zu Stolpersteinen werden“, erklärt BSVT-Verkehrsreferent Michael Berger.

Die neuen Folder wurden heute in der Innenstadt verteilt. Besondere Zielgruppen waren Kaufläute, LieferantInnen und GeschäftsinhaberInnen. (DH)