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Weichen für neue Innsbrucker Stadtbücherei gestellt

Gemeinderat stimmt der Neuausrichtung und Übersiedlung zu

Die Räumlichkeiten der Innsbrucker Stadtbücherei in der Colingasse 5a sind beengt. Am Areal des künftigen Pema II Gebäudes in der Amraserstraße 2-4 ergibt sich bis 2017 die Chance das Angebot wesentlich zu erweitern. Größenmäßig ist die Innsbrucker Stadtbibliothek aktuell österreichweit Schlusslicht. Am Standort Amraserstraße ergibt sich mit der Ansiedlung der Stadtbücherei die Chance der Schaffung eines Kulturplateaus. Der Innsbrucker Gemeinderat ersteilte am 27. Jänner mehrheitlich seine Wohlmeinung (24 Für-Stimmen, 15 Gegenstimmen, 1 Stimmenthaltung) zur Konkretisierung des Projektes. Verträge und Nutzungskonzepte werden dem Gemeinderat gesondert vorgelegt. Für die Detailplanung wird eine Projektgruppe eingerichtet.

„Eine Stadtbibliothek ist auch sozialer Treffpunkt der Generationen. Um dieser Anforderung auch weiterhin zu entsprechen, ist eine flächenmäßige Erweiterung unumgänglich und die Übersiedlung unumgänglich. So kann einerseits die Qualität des Angebots zeitgemäß und den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer entsprechend ausgebaut werden. Andererseits bietet sich eine städtebauliche Entwicklungschance, die das Stadtzentrum mit Innenstadt und Altstadt in Richtung Pradl qualitativ erweitert“, betont Innsbrucks Kulturreferentin Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer.

Zahlen, Daten, Fakten

Der Kaufpreis liegt bei 16,6 Mio. Euro. Das entspricht einem Quadratmeterpreis von 4.095 Euro. Die Innsbrucker Immobiliengesellschaft wird die Flächen ankaufen, die Stadt Innsbruck tritt als Mieterin auf. Zusätzlich fallen rund 770.000 Euro für baulichen Mehrkosten im Vergleich zu einfachen Büroflächen an.

Für die Erstausstattung der Bibliothek wird mit einem Sachaufwand von 1,5 Mio. Euro (Regale, Aufenthaltsmöbel, Büroausstattung) gerechnet. Laut Schätzungen des Kulturamtes, Vergleichswerten mit den Städten Salzburg, Linz und Augsburg und auf Basis internationaler Zielstandards soll der Medienbestand sukzessive von derzeit  43.000 Stück auf rund 150.000 Medien auszubauen. Das vorliegende Konzept sieht darüber hinaus eine Erweiterung der Öffnungszeiten von aktuell 33 Öffnungsstunden an sechs Tagen auf insgesamt 47 Öffnungsstunden vor. Dies geht Hand in Hand mit einer Personalaufstockung: Von aktuell 6,6 Stellen soll auf rund 24 Vollzeitstellen plus vier Teilzeitstellen ausgebaut werden. „Damit reiht sich die Innsbrucker Stadtbücherei österreichweit in das Mittelfeld ein“, argumentiert Bürgermeisterin Öppitz-Plörer.

Abteilungsleiterin Magistratsabteilung V, Mag.a Birgit Neu, führte im Rahmen der Gemeinderatssitzung am 27. Jänner mit einem Fünf-Punkte-Konzept für die neue Stadtbücherei ein Plädoyer für die Förderung der Lesekompetenz aus. Diese gliedert sich in:

  • Bücherei als Begegnungsort

        im Sinne eines „öffentlichen Wohnzimmers“ und damit als Ort der Kommunikation

  • Bücherei als Ort des lebenslangen Lernens 

        und damit des chancengleichen Zugangs zu Informationstechnologie

  • Bücherei als Ort der Leseförderung
  • Bücherei als Ort der Integration und der kulturellen Vielfalt
  • Bücherei als Ort mit großer Breitenwirkung

Entwicklung der Stadtbücherei: Blick zurück

Die Geschichte der Innsbrucker Stadtbücherei geht bis ins Jahr 1941 zurück. 1945 wurde sie vorübergehend für ein Jahr geschlossen und 1946 am Standort Burggraben 3 wieder eröffnet. Seit 01. Oktober 1999 hat die Innsbrucker Stadtbücherei ihre Heimat im Innenhof Colingasse 5a. Das Angebot wurde mit der damaligen Übersiedlung verdoppelt. Begonnen wurde am neuen Standort mit einem Medienbestand von 35.000 Stück. Bereits nach fünf Jahren in der Colingasse konnte die BesucherInnenzahlen um 100 Prozent gesteigert werden. Heute finden sich im Lesetempel rund 43.000 Medien von Büchern über CD-Roms bis zu Ebooks. Seit März 2015 ist die städtische Bibliothek auch samstags von 10:00 bis 16:00 Uhr  geöffnet. Ende November 2015 konnte die Bücherei in der Colingasse mit 1.122 Entlehnungen einen neuen Rekord verbuchen. (KR)