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Barrierefreie Straßenbahnhaltestellen in Pradl

Behindertengerechte Kaps in Pradler Straße errichtet
Mit zwei neuartigen „Haltestellenkaps“ wurden zwei behindertengerechte Einstiege in der Pradler Straße bei den Straßenbahnhaltestellen Defreggerstraße der Linie 3 errichtet.

„Behindertengerechtes Bauen wird bereits seit Jahren bei der Neugestaltung und dem Umbau von Straßen und Gehwegen vom Tiefbauamt konsequent umgesetzt“, betonte die verantwortliche Tiefbaustadträtin Dr. Marie-Luise Pokorny-Reitter am 15. Dezember im Rahmen einer Besichtigung vor Ort: „Der Schutz und die Einbindung der schwächsten Menschen in das Alltags- und damit in das Verkehrsgeschehen ist uns ein ganz besonderes Anliegen.“

Mit dem Einsatz der neuen Niederflur-Straßenbahnen wurden in den Jahren 2006 und 2007 die Haltestellen behindertengerecht auf neuestem Stand der Technik umgebaut. In der Defreggerstraße war dies bislang nicht möglich. Zum einen waren dafür die Gleisabstände in der Pradler Straße zu gering, zum anderen stand bis vor kurzem noch nicht fest, ob die Haltestelle im Zuge des Ausbaus der Regionalbahn überhaupt bestehen bleibt.

„Mit den verkürzten „Haltestellenkaps“ wurde hier eine innovative und mit 20.000 Euro auch kostengünstige Lösung gefunden, die durch ihre versetzte Anordnung an beiden gegenüberliegenden Haltestellen Lkw und Bussen eine Begegnung auch im Haltestellenbereich ermöglich“, so Pokorny-Reitter.

„Die Länge des Kaps ist so bemessen, dass die beiden vorderen Straßenbahntüren erreicht werden können“, erläuterte Dr. Walter Zimmeter, Leiter des Tiefbauamtes: „Beim ersten Einstieg in der Nähe des Fahrers können sehbehinderte Menschen mittels taktiler Leiteinrichtungen einsteigen. Bei der zweiten Türe wird der behindertengerechte Zugang für Personen mit eingeschränkter Mobilität, Rollstuhl oder Kinderwagen ermöglicht.“

Errichtet wurden die beiden Haltestellenkaps in der Rekordzeit von nur 6 Arbeitstagen. Die Gesamtlänge eines Kaps samt Rampen beträgt 12,50 m, die Breite beträgt mindestens 2,15 m und ist unterteilt in zwei Niveauhöhen. Zwischen dem höheren Niveau und den Gehsteig besteht ein Höhenunterschied von ca. 10 cm. Die damit eventuell entstehende „Stolperstufe“ wird in den nächsten Tagen durch einen Handlauf mit Überrollschutz abgesichert.
15. Dezember 2011