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8. Arthur-Haidl-Preis geht an den Verein Sprachinsel

Festliche Preisverleihung im Bürgersaal im Historischen Rathaus
Das achte Jahr in Folge verlieh die Stadt Innsbruck am 28. Oktober den Arthur-Haidl-Preis. Der mit 9.000 Euro am höchsten dotierte Förderpreis der Stadt Innsbruck ging heuer an den Verein Sprachinsel – Forum für interkulturelles Lernen. Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer verlieh im festlichen Rahmen des Bürgersaales im Historischen Rathaus den Preis an die Obfrau des Vereins Sprachinsel Mag. Christa Udschi und an die pädagogische Mitarbeiterin Katharina Kessler. Kulturstadträtin Univ.-Prof. Dr. Patrizia Moser nahm an der Feier teil, genauso wie Stadträtin Sonja Pitscheider, Landtagspräsident Prof. Ing. Helmut Mader und acht GemeinderätInnen. Der Akt wurde von Musik des „Salon Balkan“ umrahmt.

Verein Sprachinsel: ein wichtiger Beitrag zur Gesellschaft
„Es ist mir eine besondere Ehre, diesen Preis heute zu verleihen, da mir der Verein Sprachinsel schon in meiner Zeit als Stadträtin sehr am Herzen lag. Mit dieser Initiative leisten die Verantwortlichen im Sinne Arthur Haidls Jugendarbeit, die der Stadt zu Wohl und Ansehen gereicht“, betonte Bürgermeisterin Oppitz-Plörer in ihrer Rede. Das Thema Migration und Integration sei sehr aktuell und heikel, Kinder- und Jugendliche seien jedoch noch nicht festgefahren und offen, daher sei dies der richtige Ansatzpunkt. „Ich wünsch dem Projekt weiterhin viel Erfolg mit begeisterten TeilnehmerInnen und innovativen Ideen, möge Sie diese Auszeichnung weiter beflügeln und motivieren“, schloss die Bürgermeisterin.

Mag.a Udschi nahm den Preis mit viel Freude entgegen und hob hervor, dass dies eine große Ehre und Anerkennung für den Verein Sprachinsel darstelle. Sie bedankte sich zudem herzlich für die finanzielle Unterstützung von Seiten der Stadt Innsbruck und des Landes Tirol und hofft auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit.

In ihrer Rede sprach die Bürgermeisterin auch die noble Geste von Dr. Roswitha Stiegner an, die den Arthur-Haidl-Preis gestiftet hat. „Schon Hilde Zach sagte: ‚Gute Dinge werden Nachahmer finden‘. Mit diesem Preis hat Roswitha Stiegner etwas ganz Besonderes getan.“ Da die Stifterin selbst nicht anwesend sein konnte, bedankte sich ihr Mann, Dr. Wilhelm Batlehner, an ihrer Stelle und versicherte, dass ihm und seiner Frau das Siegerprojekt sehr gut gefallen würde.

Der Jury, die aus dem Magistratsdirektor Dr. Bernhard Holas, dem Vizerektor der Leopold-Franzens-Universität Univ.-Prof. Dr. Tilmann Märk und dem Kulturamtsleiter Horst Burmann besteht, wurden in diesem Jahr acht Projekte vorgelegt. „Alle diese Anträge waren exzellent, die Entscheidung fiel uns nicht leicht. Dennoch war das Ergebnis einstimmig“, beteuerte Rektor Märk. Über die endgültige Vergabe entschied, den Regeln entsprechend, Bürgermeisterin Oppitz-Plörer.

Details zum Siegerprojekt
Der Verein Sprachinsel verfolgt seit 14 Jahren das Ziel, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund durch engagierte Lern- und Sprachförderung in ihrem Schulalltag zu begleiten und zu unterstützen. Von 1997 bis 2002 wurde die Sprachinsel als Projekt für Schülerinnen und Schüler mit nichtdeutscher Muttersprache von der Tiroler Autorin Antonia Riha und ihrer Tochter Nikola gegründet. Die Gründerin war auch bis 2009 Vorstandsvorsitzende. Elf MitarbeiterInnen kümmern sich an zwei Standorten in Innsbruck und einem in Schwaz um eine individuelle und früh einsetzende Förderung. Derzeit werden 60 Kinder in Innsbruck und 45 im Raum Schwaz betreut.

Der Verein Sprachinsel leistet einen wichtigen Beitrag, um jungen Menschen mit Migrationshintergrund einen positiven Schulabschluss zu ermöglichen und hilft ihnen damit, auch in Beruf und Gesellschaft Fuß zu fassen. Der Verein Sprachinsel bietet Hausaufgabenhilfe für SchülerInnen aller Altersstufen sowie Früherziehung für Vorschulkinder. Besonderen Wert legen die MitarbeiterInnen auf die Förderung von Mädchen, da diese aus kulturellen Gründen oft bildungstechnisch benachteiligt werden. Um die Förderung auch zu Hause zu forcieren, werden Deutschkurse für Mütter angeboten, die sehr gut angenommen werden. Finanziert wird der Verein durch Elternbeiträge und diverse Förderungen.

Der Arthur-Haidl-Preis
Reg.-Rat Arthur Haidl war von 1956 bis 1959 Gemeinderat, dann bis 1971 Stadtrat und schließlich bis 1977 Vizebürgermeister der Stadt Innsbruck. In seiner Funktion als Landesjugendreferent war ihm die Schaffung von jugendgerechten Einrichtungen immer ein Anliegen. Seine Tochter, Dr. Roswitha Stiegner, hat in seinem Namen der Stadt Innsbruck eine großzügige Schenkung von 250.000 Euro getätigt, die Zinsen aus diesem Geld dienen jährlich als Preisgeld. Dr. Stiegner hat festgelegt, dass der Arthur-Haidl-Preis ausschließlich an Projekte und Initiativen in den Bereichen Kultur, Jugend, Traditionspflege, Bildung und Geisteswissenschaften abzielt, die für das Wohl und Ansehen Innsbrucks einen außerordentlichen Beitrag geleistet haben.

Die bisherigen Preisträger waren der Literat Mag. Thomas Schafferer (2004), Roland Mauermair (2005), Florian Hackspiel (2006), Stefan Alois Schwarzenberger (2007), der Verein Jugendland (2008), das Projekt „Junge UNI Innsbruck“ (2009) und das Kammerorchester „InnStrumenti“ für die Reihe „Junge Solisten am Podium“ (2010).

28. Oktober 2011