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Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Landespolizeidirektor Helmut Tomac, Amtsleiter für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen Elmar Rizzoli, Bezirksrettungskommandant Christian Schneider und Marius Meisinger (Einsatz-, Grenz- und Fremdenpolizeiliche Abteilung der LPD Tirol) bei der Begehung in der neu adaptierten Anhaltestelle Heim am Hofgarten.
Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer, Landespolizeidirektor Helmut Tomac, Amtsleiter für Allgemeine Sicherheit und Veranstaltungen Elmar Rizzoli, Bezirksrettungskommandant Christian Schneider und Marius Meisinger (Einsatz-, Grenz- und Fremdenpolizeiliche Abteilung der LPD Tirol) bei der Begehung in der neu adaptierten Anhaltestelle Heim am Hofgarten.

Notunterkünfte in Rekordzeit

Heim am Hofgarten als Anhaltestelle für Flüchtlinge adaptiert

Vor einer Woche fand eine kurzfristig einberufene Sitzung mit VerteterInnen der Stadt Innsbruck, der Polizei, der Austrian Real Estate (ARE) und der Innsbrucker Immobilien Gesellschaft (IIG) statt, in der eine prekaristische Übernahme von Teilen des Heims am Hofgarten und deren Adaptierung zu einem Übergangsquartier für Flüchtlinge beschlossen wurde. Ausschlaggebend dafür war der akute Raumbedarf für die über 70, am Innsbrucker Hauptbahnhof aufgegriffenen, Flüchtlinge Mitte April. 

„Wir erleben zurzeit die größte humanitäre Flüchtlingskatastrophe seit dem Zweiten Weltkrieg. Über 50 Mio. Menschen sind weltweit auf der Flucht. Tragische und menschenverachtende Schicksale ereignen sich im Mittelmeer und vor der Küste Italiens“, ist Bürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer betroffen von der aktuellen Lage: „Innsbruck liegt auf der Flüchtlingsroute in den Norden. Wir können das Problem nicht hier lösen, aber wir müssen vorbereitet sein, damit die Menschenwürde dieser Flüchtlinge geachtet und unsere Bevölkerung sich auf eine geordnete und respektvolle Abwicklung dieser Flüchtlings-Aufgriffe verlassen kann.“

Alle müssen an einem Strang ziehen

Damit die erforderlichen Adaptierungen der Räumlichkeiten von Teilen des Heims am Hofgarten in der Rekordzeit von einer Woche ermöglicht werden konnten, war eine intensive Zusammenarbeit zwischen der IIG und den Partnerfirmen nötig. „Durch fundiertes Fachwissen und Engagement aller Beteiligten war es möglich, dass vorhandene Ressourcen genutzt und die Kosten minimiert werden konnten“, dankt Innsbrucks Stadtoberhaupt allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit. Die entstandenen Kosten für die Adaptierung der Räumlichkeiten im Heim am Hofgarten in Höhe von rund 50.000 Euro werden zur Gänze von der Stadt Innsbruck übernommen. Bezüglich der Kosten der laufenden Betreuung der Einrichtung meint Oppitz-Plörer: „Ich gehe davon aus, dass auch das Land Tirol und der Bund sich ihrer Verantwortung bewusst sind. Die Innsbrucker und Tiroler Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass die zuständigen Stellen vorausschauend agieren und auch die Informations- und Aufklärungsarbeit der Gebietskörperschaften stark verbessert wird“, argumentiert Oppitz-Plörer und bedankt sich bei allen, die in der letzten Woche an diesem Projekt mitgearbeitet haben. 

Keine Entspannung der Flüchtlingssituation in Sicht

Derzeit kommt es fast täglich zu Aufgriffen von Flüchtlingen. Insgesamt berichtet die Landespolizeidirektion Tirol von über 1.200 Aufgriffen allein in Tirol, darunter mehr als 220 Kinder und Jugendliche. In diesem Fall wird Kontakt mit der Jugendwohlfahrt aufgenommen, die sich ihrer annimmt. Je nach Möglichkeit der Rückübernahme werden die Flüchtlinge wenige bis maximal 48 Stunden angehalten und in den neuen Notunterkünften im Heim am Hofgarten untergebracht.

Landespolizeidirektor Mag. Helmut Tomac honoriert das rasche Engagement der Stadt Innsbruck: „Was hier im Heim am Hofgarten in kürzester Zeit geleistet wurde, ist bemerkenswert und in keinster Weise selbstverständlich. Mit der nun geschaffenen Möglichkeit diese hilfsbedürftigen Menschen, darunter immer wieder auch Frauen und Kinder, kurzzeitig im Heim am Hofgarten unterzubringen, ist ein sehr kleiner aber nicht unwesentlicher Schritt gelungen. Dafür gilt allen besonderer Dank!“ 

Die MitarbeiterInnen der Bezirksstelle des Roten Kreuzes übernehmen im Bedarfsfall neben der Bereitstellung von Material, wie Feldbetten für die Unterbringung, auch die Verpflegung mit Lebensmitteln und Getränken. Die Mitglieder der ehrenamtlichen Sondereinsatzgruppen stehen bei Bedarf auch für die medizinische Versorgung und die Information der auf der Flucht befindlichen Menschen bereit. Der Bezirksrettungskommandant Ing. Christian Schneider, MBA, erklärt dazu: „Das Rote Kreuz unterstützt in ausgezeichneter Zusammenarbeit mit der Exekutive die Versorgung der Flüchtlinge. Die neu adaptierten Räumlichkeiten ermöglichen es uns den Flüchtlingen in den wenigen Stunden vor der Rückübernahme etwas Ruhe und ein menschliches Umfeld auf ihrer anstrengenden Flucht zu bieten. Der Stadt Innsbruck vielen Dank für die unbürokratische und rasche Bereitstellung der Räumlichkeiten!“ (VL)