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Bei Ampeln, wie jenen in der Salurner Straße, hat die Straßenbahn Vorrang. Dafür sorgt die variable Schaltung.
Bei Ampeln, wie jenen in der Salurner Straße, hat die Straßenbahn Vorrang. Dafür sorgt die variable Schaltung.

(Un)Sichtbare Sicherheitsmaßnahmen auf Innsbrucks Straßen

Innovative Ampeln, die Grün- und Rotphasen an das Verkehrsaufkommen anpassen, umfangreiche Verkehrserfassungen sowie bauliche Optimierungs- und Realisierungsschritte im Straßenverkehr – das sind nur einige Maßnahmen, mit denen die Verkehrssicherheit in Innsbruck gestärkt wird.

Ob zu Fuß, mit dem Rad, öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto – Mobilität hat viele Formen. Damit das Neben- und Miteinander der VerkehrsteilnehmerInnen möglichst problemlos verläuft, stellt die Stadt Innsbruck Verkehrssicherheit in den Fokus. Ein Gefühl der Sicherheit ist ausschlaggebend für Lebensqualität. 

Leuchtende Gefährten auf den Straßen

„Bei Rot bleib stehen, bei Grün kannst du gehen“ – diese Grundregel lernen bereits Kinder. In der Landeshauptstadt regeln 114 Ampelanlagen den Verkehr und geben klare Verhaltensvorschriften. Im Unterschied zu früher, als Grün- und Rotphasen in unveränderbaren Zeitintervallen wechselten, erfolgt die Schaltung heutzutage variabler. Dies soll den Verkehr je nach Aufkommen möglichst schnell über die Kreuzungen leiten. Ein zentrales Managementsystem, das Störungen automatisch meldet, hat alle Ampeln wie auch die Verkehrsbelastung im Blick. Entsprechend dem Verkehrsaufkommen entscheidet es über Ampelschaltungen: Am Südring zum Beispiel wird bei dichtem Verkehr ein leistungsfähiges Programm gewählt, das sich auf die Hauptachsen konzentriert. Bei weniger Auslastung wird hingegen automatisch ein kurzes Programm verwendet. „Irgendwann erreicht jedes System seine Grenzen“, gibt Referent DI Michael Kaufmann (Verkehr- und Umweltmanagement) zu bedenken: „Beispielsweise wenn ein Unfall auf der Autobahn noch einmal eine zusätzliche Verdichtung im Feierabendverkehr auslöst.“ Darüber hinaus überwachen zwei Kameras, die rotationsweise eingesetzt werden, Ampeln an insgesamt acht Standorten. Während Material und Technik seitens der Stadt zur Verfügung gestellt werden, kümmert sich die Polizei um deren Überwachung. AutofahrerInnen, die das Rotlicht der Ampeln überfahren, werden erfasst und die Übertretung wird zur Anzeige gebracht. 

Rücksichtnahme auf FußgängerInnen und Öffis

Neben dem allgemeinen Verkehrsaufkommen berücksichtigen die Signalanlagen besonders FußgängerInnen und den öffentlichen Verkehr. Ziel ist es, speziell der Straßenbahn die Durchfahrt ohne Verzögerungen zu ermöglichen. Dazu melden sich Straßenbahnen, aber auch Busse, per Funk an den Ampeln an. Daraufhin werden diese entsprechend geschaltet. „Die hohe Beschleunigung des öffentlichen Verkehrs und die stetig steigende Sicherheit im Signalablauf bei gleichbleibender Verkehrsbelastung
fordern einen Tribut. All das geht zulasten der ,Grünen Welle‘ für den Privatverkehr“, macht Referent Kaufmann deutlich. In Bezug auf FußgängerInnen weiß er: „Generell sind die Freigabezeiten bei Ampeln so berechnet, dass sie bei normaler Gehgeschwindigkeit den kritischen Bereich passieren und den sicheren Gehsteig erreichen. Dies gilt auch, wenn die Ampel bereits blinkt.“ Personen, die zum Überqueren etwas mehr Zeit benötigen, können die Grünphase durch einen Knopfdruck an mehr als der Hälfte der Ampeln im Stadtgebiet verlängern. 

Seitens der Stadt Innsbruck werden die Rahmenbedingungen für ein sicheres Miteinander auf der Straße ständig optimiert. Es sind jedoch alle Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer zur gegenseitigen Rücksichtnahme aufgerufen.

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Vizebürgermeisterin Mag.a Sonja Pitscheider

Vorankommen ohne Hindernisse

Intelligente Lösungen im Straßen- und Wegebau, bei Kreuzungen und bei Ampelschaltungen sowie Wegweisern fördern den Komfort, das Wohlfühlklima und vor allem die Sicherheit. Konkret bedeutet das, dass beim Neubau von Straßen sowie im bereits bestehenden Straßennetz die Notwendigkeit von Schutzwegen kontinuierlich überprüft wird. Bei Neu- und Umbauten wird speziell darauf geachtet, den Straßenraum barrierefrei zu gestalten. Dies geschieht etwa mit entsprechenden Absenkungen vor Gehsteigen in Kreuzungsbereichen und vor Schutzwegen sowie bei taktilen Leitsystemen. 

Facetten des Verkehrs im Blick

Genaue Messungen des Verkehrs sowieErkenntnisse über das Verhalten der VerkehrsteilnehmerInnen sind Grundlage für Planungen und Weiterentwicklungen der städtischen Infrastruktur. Außerdem kann die Wirkung bereits umgesetzter Maßnahmen damit evaluiert werden. Die Stadt konzentriert sich ständig auf den aktuellen Verkehrsfluss. Das Amt für Verkehrsplanung und Umwelt erhebt regelmäßig Daten zur Mobilität. Dies geschieht mithilfe altbewährter Induktionsschleifen, Infrarot-, Radargeräten, Videokameras, aber auch durch Erdmagnetsensoren, die knapp unter dem Asphalt angebracht sind. Neueste Technologien machen es möglich, das perfekte Programm auszuwählen. Doch auch Verkehrszählteams und stichprobenartige Befragungen von VerkehrsteilnehmerInnen liefern unverzichtbare Kennzahlen. Da die Lebens- und die Wohnqualität unmittelbar mit der Luftgüte zusammenhängen, wird auch diese ständig überwacht. An vier Messstellen (Nordkette, Sadrach, Fallmerayerstraße und Andechsstraße) erfolgt durch das Amt der Tiroler Landesregierung eine Langzeitbeobachtung der sogenannten Luftschadstoffsituation. Die Ergebnisse der Messungen sind unter www.tirol.gv.at/themen/umwelt/luft abrufbar. (AA)