Logo Innsbruck informiert
883452932_0.jpg

„Ästhetische Kunst“ in der Andechsgalerie

Ausstellung von Matthias Noggler bis 23. März
Die städtische Andechsgalerie zeigt im März unter dem Titel „Rolex“ Werke von Matthias Noggler. Am 5. März eröffnete Mag.a Natalie Pedevilla (Referentin Kultur-Konzepte und Veranstaltungen) feierlich die Vernissage und stimmte die GaleriebesucherInnen auf die Ausstellung ein. „Das Besondere der Ausstellung ist die Stilvielfalt des jungen ambitionierten Künstlers, die sich sowohl in der Verwendung unterschiedlicher Materialien zeigt, als auch in verschiedenen Malperspektiven zum Ausdruck kommt.“, freute sich Mag.a Natalie Pedevilla. Viele Kunstinteressierte ließen es sich nicht nehmen und besuchten die feierlich gestaltete Eröffnungsfeier. Unter den BesucherInnen waren auch Kulturamtsvorständin Maria-Luise Mayr, DDr. Lukas Morscher (Leiter Stadtarchiv) und Gemeinderätin außer Dienst Mag.ª Gerti Mayr.

„Rolex“
„It´s the singer, not the song“, beschwor Mick Jagger einst die zentrale Mechanik eines Mythos namens „Pop“: Es kommt nicht auf den Song an, viel wichtiger sei das inszenatorische Kalkül, mit dem eine Sängerin bzw. ein Sänger die Musik zum Ausdruck bringt.
In seiner für die Andechsgalerie entwickelten Ausstellung erfährt dieser Ansatz einen Aspekt, der über die Logik hinausgeht: Die Wertigkeit der Arbeit entsteht nicht allein durch Matthias Noggler, sondern durch den „performativen Akt“. Die Ästhetik steht im Vordergrund. Die Arbeiten des Künstlers, hinsichtlich ihrer Bildwirkung auf die BetrachterInnen offen konzipierte Arbeiten, bieten die Möglichkeit, die Verfahren und Inhalte aus dem Kontext heraus gelöst zu betrachten. Es geht Matthias Noggler weniger um den Bildinhalt als um die Durchbrechung der Kontinuität zwischen Bildmaterial und Methode.
Zum Zweck der Generierung eines solchen selbstdifferenten Modus bildkünstlerischer Produktion bedient sich der Künstler in seiner eigens für die Andechsgalerie entworfenen Ausstellung vor allem des Prinzips der Collage.
Ästhetische Querverweise auf popkulturelle Patterns wie Do-it-yourself und Fan-Art überspitzt er durch teilweise Integration von Textbausteinen und Schriftzeichen, die Werbeslogans, Kalender- oder Glückskekssprüchen entnommen sind. Grafische Elemente werden von ihm malerisch umgeformt und erhalten nicht zuletzt in ganz buchstäblichem Sinn einen neuen referentiellen Rahmen, wenn er diesen als integralen Bestandteil seiner Motive wählt. Das Verhältnis von Text und Subtext lässt Matthias Noggler darum als ein Missverhältnis aufscheinen: Als das notwendig Unfertige und Bedeutungsoffene einer Ästhetik des „Selbermachens“, die sich nur in Bezug auf die Konstanz bestimmter kultureller Regeln, Normen und Gebräuche überhaupt ihrerseits zur Disposition stellen kann.

Künstler
Matthias Noggler ist 1990 in Innsbruck geboren und studierte am Mozarteum in Salzburg und an der Universität für angewandte Kunst in Wien. Im Jahr 2013 wechselte er an die Akademie der bildenden Künste. Dort studiert er sei dem in der Klasse für Gegenständliche Malerei bei Silke Otto-Knapp. Der Künstler wurde bereits mit einigen Stipendien ausgezeichnet wie etwa das Artist in Residence Program Paliano/Rom und der Real Presence International Artist Workshop Belgrad.
06. März 2014