Logo Innsbruck informiert
896131607_0.jpg

Gemeinsame Schule: Mehr Einsatz vom Land Tirol gefordert

LH Platter soll seine Aufgaben wahrnehmen, fordert Stadtrat Pechlaner.
(RMS) „Zu leicht macht es sich Landeshauptmann Günther Platter, wenn er der Stadt Innsbruck neuerlich ausrichtet, wir hätten noch Hausaufgaben zu machen, um die Modellregion gemeinsame Schule Innsbruck zu ermöglichen“, ärgert sich Bildungsstadtrat Ernst Pechlaner über entsprechende mediale Aussagen.

„Damit zeigt er einzig und alleine, dass er über die Kompetenzenverteilung nicht ganz richtig informiert ist – nämlich darüber, welche Zuständigkeiten in dieser Frage das Land Tirol mit seiner unmittelbaren Bundesverwaltung hat und welche die Stadt Innsbruck als bloßer Schulerhalter“, wundert sich Pechlaner.

Die Stadt Innsbruck verwaltet die Gebäude der Neuen Mittelschulen (NMS), die der AHS gehören der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG). Für die pädagogischen Inhalte ist jedoch einzig der Bund mit seinen Bundesbehörden (Landesschulrat und Bezirksschulrat) zuständig. „Als verfassungsmäßiger Landesschulratspräsident ist der Landeshauptmann für die Wahrnehmung dieser Zuständigkeiten und bildungspolitischen Ziele und Aufgaben zuständig“, so Pechlaner weiter.

Für die Realisierung der – im Koalitionsübereinkommen der Landesregierung fixierten – Modellregion Gemeinsame Schule Innsbruck soll laut Stadtrat Pechlaner „ein Hausaufgabenkatalog für den wirklich Zuständigen, nämlich Landeshauptmann Platter“ sorgen:

- Der Landeshauptmann soll den angekündigten Austausch des amtsführenden Landesschulratspräsidenten Hans Lintner durch Bildungslandesrätin Beate Palfrader rasch vollziehen. „Damit können Landesschulrat und Land endlich an einem Strang ziehen und Hans Lintner wird die Möglichkeit genommen, weiterhin öffentlich gegen die Gemeinsame Schule quer zu schießen, die ja laut Medienberichten auch der Wunsch von Platter selbst ist“, so Pechlaner.
- Der Landeshauptmann soll seine ihm übertragene Verantwortung im Bildungswesen wahrnehmen.
- Der Landeshauptmann soll seine Funktion als Aufsichtsorgan über die fünf Innsbrucker Gymnasien wahrnehmen, um zu erreichen, dass diese der Modellregion für eine gemeinsame Schule geschlossen beitreten.
- Der Landeshauptmann soll den zuständigen Landesschulinspektor für die Allgemein bildenden höheren Schulen Abteilung C I anweisen, im Sinne der gemeinsamen Schule zu arbeiten und das Projekt tatkräftigst zu unterstützen.
- Der Landeshauptmann soll Aufklärungsarbeit dafür leisten, dass Lehrer- und Elternschaft bei den Abstimmungen für die Schaffung der Modellregion Gemeinsame Schule in Innsbruck stimmen.
- Der Landeshauptmann muss Schulprojekte wie beispielsweise in Hall, die im Widerspruch zur gemeinsamen Schule stehen, sofort stoppen.

„Wenn Platter von Hausaufgaben in Zusammenhang mit Innsbruck spricht, könnte man auch vermuten, dass sich Innsbruck gut um das Haus in seiner Zuständigkeit kümmert und Platter selbst die Modellregion Innsbruck schon längst aufgegeben hat“, schließt Pechlaner.

26. November 2013